Weihnachtliche Gedanken zu Wachstum

Weihnachtliche Gedanken zu Wachstum

Florian Falkenberg (Dezember, 2017)

Mit den ersten Schritten meines Sohnes geht dieses Jahr für mich mit dem Inbegriff des Wachstums zur Neige. Für ihn ist Wachstum im wahrsten Sinne des Wortes ein Selbstläufer. Er erforscht seine Umwelt, saugt jegliche visuelle Eindrücke ein und greift nach allem, was sich in seiner Nähe befindet. Er empfindet es als ganz normal sich weiterzuentwickeln und mit jedem Tag ergeben sich neue Möglichkeiten, neue Herausforderungen und damit neues Wachstum für ihn.

Von Klein auf sorgt unser Wachstumsmotiv für unser Überleben und ist zugleich der Antrieb unserer Fortentwicklung. Später schreiben wir vielleicht gute Schulnoten, erbringen sportliche Leistungen, machen Karriere oder gründen ein Unternehmen. Immer wieder angetrieben von der Lust an Wachstum und Weiterentwicklung.

Ganze Gesellschaftsformen, wie etwa der Kapitalismus, unterliegen diesem Motiv. Unsere Gesellschaftsform funktioniert damit ausschließlich durch das Gesetz des Wachstums. Stagnation oder Rezession gilt es tunlichst zu vermeiden und alles ist darauf ausgelegt, sich weiterzuentwickeln und noch größer zu werden.

Besonders in der Weihnachtszeit sehnen sich dann aber viele Menschen nach Ruhe und Besinnlichkeit, während sie noch die letzten Besorgungen erledigen oder zum Jahreswechsel hin wichtige Aufgaben im Job abarbeiten. Neben unserem Motiv nach Wachstum breitet sich das Bedürfnis nach Ruhe, Besinnlichkeit und vielleicht auch Nähe aus. Für Nähe braucht es oft Zeit, um den anderen wahrzunehmen, ihm zuzuhören und in seine Welt einzutauchen. Auch die Nähe ist von Beginn unserer Entwicklung an fester Bestandteil unseres „Mensch seins“. Der Gehirnforscher Gerald Hüther schreibt diesen beiden Motiven sogar die essentielle Rolle unseres menschlichen Daseins zu. Von Klein auf erfahren wir im Mutterleib Nähe und entwickeln uns zugleich über die Nahrung stetig weiter.

Gerade zur Weihnachtszeit wird auch Nähe überall spürbar. Zeit für Freunde am Weihnachtsmarkt, Geschenke für unsere Liebsten und Stunden im engsten Kreis der Familie sind dabei fester Bestandteil der weihnachtlichen Tage. Im Anschluss starten wir dann mit Feuerwerk und guten Vorsätzen in ein neues Jahr voller Wachstum und Weiterentwicklungspotential.

Auf Unternehmensebene kommt diesen beiden Motiven ebenfalls eine wichtige Bedeutung zu. Beim Wachstum steht das wohl außer Frage. Wer möchte nicht seinen Umsatz steigern, Marktanteile ausweiten und die Belegschaft vergrößern? Wer gibt sich damit zufrieden so zu bleiben wie er ist? Besteht da nicht die Gefahr mit der Zeit zu gehen, wenn man nicht mit der Zeit geht?

Als Unternehmen in unserer kapitalistischen Welt stehen die Zeiger auf Wachstum, doch welchen Wert spielt dabei unser Motiv nach Ruhe und Nähe? Dieses wird vor allem im menschlichen Kontakt zum Leben erweckt. Im Miteinander der Kollegen, im Miteinander zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, im Miteinander zwischen Kunden, Lieferanten oder Dienstleistern. Hier bestimmt jeder selbst wie sehr das Wachstumsmotiv regiert oder auch Wertschätzung und menschliche Nähe Einzug halten dürfen.

Gerade gesundes Wachstum zeichnet sich dabei durch ein Team aus, das bereit ist miteinander Herausforderungen zu meistern und dabei aber auch miteinander lachen und Spaß haben kann. Zugleich muss das Team auch den Mut haben, Zeiten der Ruhe auszuhalten oder sogar heraufzubeschwören, um neue Kraft zu tanken und sich neu zu sortieren. Es gilt die Stunden jenseits des Trubels zu nutzen, um strategische Entscheidungen nicht nur aus Kalkül, sondern im Einklang mit dem eigenen Bauchgefühl zu treffen.

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit treffen unternehmerisch wie auch persönlich Wachstum und Ruhe direkt aufeinander und kleinste Entscheidungen begünstigen dabei jeweils das eine oder das andere Motiv. Doch nur die richtige Balance schafft gesundes Wachstum in Kombination mit wohltuender Ruhe.

Wir wünschen Ihnen diese richtige Balance für Ihr persönliches und unternehmerisches Wachstum in 2018. Voller Nähe zu Ihren Kollegen und Mitarbeitern und mit Zeiten der Ruhe zum Energie tanken, um dann die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dann geschieht Wachstum ganz selbstverständlich, als „Selbstläufer“.

 

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und gesundes Wachstum für 2018!

Ihr Florian Falkenberg

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